Akne-Medikamente

Akne mit Medikamenten behandeln - Wie Salben und Tabletten Akne lindern können

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Akne-Behandlung – wie Medikamente helfen können

Viele Betroffene, die an einer schwereren Form von Akne leiden (Acne papulo-pustulosa oder Acne conglobata), entscheiden sich für eine medikamentöse Therapie, um die Symptome zu lindern. Glücklicherweise steht heute eine ganze Reihe wirksamer Medikamente zur Behandlung von Akne zur Verfügung – von äusserlich aufgetragenen Salben gegen die leichteren, bis hin zu oral eingenommen Tabletten für die schwereren Verläufe. 

Rechtzeitig verordnet und regelmässig angewendet können Akne-Medikamente zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen und damit auch das Risiko für bleibende Hautschäden wie Aknenarben und Pickelmale deutlich reduzieren. Je früher Sie mit Ihren Symptomen zum Hautarzt gehen, desto besser. Nach sorgfältiger Untersuchung der Hauterscheinungen kann der Hautarzt oder die Hautärztin ein oder mehrere geeignete Medikamente zur Behandlung von Akne auswählen, die zielgerichtet gegen die zugrundeliegenden Faktoren der Akne-Haut wirken. Dabei stehen folgende Ziele im Fokus:

Ärztin verschreibt Akne-Tabletten
Viele Mittel gegen Akne sind verschreibungspflichtig – Ihr Arzt wird Sie dazu beraten

  • Verringerung der Talgproduktion, um die verstärkte Talgproduktion (Seborrhoe) zu reduzieren.
  • Förderung der Abschuppung, um die Verdickung der obersten Hautschicht (Hyperkeratose) zu reduzieren.
  • Reduktion der mikrobiellen Besiedlung, um Entzündungen vorzubeugen.
  • Linderung der bestehenden Entzündungen.

Bei Berücksichtigung dieser Faktoren in der Behandlung können Hauterscheinungen wie Pickel, Mitesser, Papeln und Pusteln besser abklingen.

Welche Akne-Medikamente oder Therapien stehen zur Verfügung?

Aknesalbe wird aus Tube auf Finger gedrückt
Topische (das heisst örtlich aufgetragene) Salben sind meist die ersten Mittel der Wahl.

Wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrem Arzt für eine medikamentöse Behandlung entscheiden, können Sie mit einem rezeptfrei erhältlichen Gel oder einer Lotion mit Benzoylperoxid beginnen. Bei schwereren Fällen von Akne werden äusserlich aufzutragende oder innerlich anwendbare Akne-Medikamente verschrieben. Zu den meistgenutzten Wirkstoffen und Mitteln zur Behandlung von Akne gehören:

Benzoylperoxid

Äusserlich aufgetragener Wirkstoff, der über milde komedolytische (porenöffnende) Eigenschaften verfügt, Bakterien auf der Haut reduziert und dadurch auch entzündungshemmend wirkt.
Mögliche Nebenwirkungen: trockene, spannende Haut, Brennen, Juckreiz und Rötungen. Diese lassen normalerweise mit Ende der Behandlung nach.

Topische Retinoide

Äusserlich aufgetragene Mittel, welche die Abschuppung abgestorbener Hautzellen beschleunigen. Öffnen verstopfte Poren, lassen Talg besser abfliessen, wirken antientzündlich. Retinoid weist auf die chemische Herkunft des Wirkstoffs – Vitamin A – hin.
Mögliche Nebenwirkungen: leichte Hautirritationen, Stechen, Lichtempfindlichkeit.

Azelainsäure

Normalisiert den, bei Akne meist gestörten, Verhornungsprozess der Haut und wirkt antibakteriell. Dieses äusserlich angewendete Akne-Medikament wird eingesetzt, wenn Benzoylperoxid und topische Retinoide keine ausreichende Wirkung zeigen oder die Haut lichtempfindlich reagiert.
Mögliche Nebenwirkungen: Brennen, Stechen, Juckreiz, Rötungen.

Topische Antibiotika gegen Akne

Äusserlich aufgetragen wirken diese Mittel antibakteriell und damit entzündungshemmend. Die topische Anwendung von Antibiotika gegen Akne wird nicht als alleinige Therapie, sondern nur in Kombination, zum Beispiel mit Benzoylperoxid, empfohlen.
Mögliche Nebenwirkungen: leichte Irritationen, Rötungen, leichtes Brennen und Bakterienresistenz.

Orale Antibiotika gegen Akne

Tetracycline und Erythromycin sind gängige Akne-Antibiotika. Als Tabletten eingenommen reduzieren sie das Wachstum der Akne-auslösenden Bakterien und verhindern Hautinfektionen. Sie werden immer in Kombination mit topischen Mitteln eingenommen, um Resistenzen vorzubeugen.
Mögliche Nebenwirkungen: Insbesondere bei Erythromycin gibt es diverse mögliche Nebenwirkungen, daher wird meist Tetracyclin zuerst empfohlen – das kann allerdings die Haut lichtempfindlicher machen und die Wirkung der Anti-Baby-Pille herabsetzen.

Kombinierte orale Kontrazeptiva

Akne steht häufig in direktem Zusammenhang mit Hormonschwankungen. Daher wird Frauen und Mädchen mit Akne oft die Pille verschrieben. Es gibt spezielle „Akne-Pillen“, die den Hautzustand positiv beeinflussen sollen. Diese haben sich durch ihre antiandrogene Wirkung als wirksame Behandlungen bei Akne und unreiner Haut erwiesen.
Mögliche Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen. Das Medikament kann ausserdem den Blutdruck erhöhen und steht mit einem grösseren Thrombose-Risiko in Verbindung.

Akne-Tabletten: Isotretinoin

Isotretinoin wird erst bei schwerer Akne in Tablettenform eingesetzt, wenn andere Mittel nicht die erwünschte Wirkung hatten. Es hemmt die Talgproduktion, wirkt antikomedogen, komedolytisch und reduziert Bakterien auf der Haut.
Mögliche Nebenwirkungen: Lippentrockenheit, Lippenentzündung, Hautreizungen im Gesicht, Hautschuppung, trockene Nasenschleimhaut, Juckreiz, trockene Mundschleimhaut, Reizungen der Augenbindehaut, Verdünnung der Haut mit erhöhter Verletzlichkeit, Haarausfall (leicht), Muskel- und Gelenkschmerzen, Nasenbluten.
Achtung: Akne-Tabletten mit Isotretinoin setzen die Wirkung der Pille herab und wirken fruchtschädigend (eine Schwangerschaft muss daher ausgeschlossen werden).

Die entsprechenden Akne-Medikamente, Tabletten und Arzneien werden vom Hautarzt je nach Ausprägung der Hauterscheinungen und Eignung der Präparate entweder als Monotherapie oder als Kombinationstherapie verordnet.

Wann ist eine Behandlung von Akne mit Medikamenten sinnvoll (und wann nicht)?

Dermatologin untersucht Rücken eines Patienten
Am Anfang jeder Akne-Therapie steht zunächst einmal die genaue Untersuchung Ihrer Symptome.

Die Behandlung von Akne mit Medikamenten erfolgt nach nationalen und internationalen Handlungsempfehlungen. So möchte man sicherstellen, dass alle Ärzte bzw. Dermatologen die gleichen Behandlungsmassstäbe anlegen. Anhand dieser evidenzbasierten Richtlinien1 erhalten Ärzte Informationen, welche Behandlungen, ob allein oder in Kombination, sich bei den individuellen Hauterscheinungen und dem jeweiligen Schweregrad eignen. Dabei beachten sie den Schweregrad, verschiedene Hauttypen, das Geschlecht und mögliche Alternativen zu einer Akne-Behandlung mit Antibiotika oder ähnlichem.

Bauch einer Schwangeren
Bei einer Schwangerschaft gelten besondere Regeln – und einige Medikamente sind in dieser Zeit ungeeignet.

Bestimmte orale Akne-Therapien, die verschreibungspflichtig sind, sollten zum Beispiel nicht während einer Schwangerschaft angewendet werden, besonders nicht in den ersten drei Monaten. In diesem Fall empfehlen die Ärzte Alternativen.

Wie lange dauert es, bis Akne-Medikamente wirken?

„BEI JEDER ART DER AKNE-BEHANDLUNG, OB MEDIKAMENTÖS ODER NICHT, SOLLTE BEACHTET WERDEN, DASS SICH DIE WIRKUNG ERST NACH EINER GEWISSEN ZEIT EINSTELLT. DAHER GILT: DRANBLEIBEN!“

Dr. med. Markus Reinholz, Dermatologe

In der Regel schlägt eine Behandlung nach vier bis acht Wochen an, manchmal jedoch auch erst nach drei Monaten. Gelegentlich kann sich die Symptomatik anfangs zunächst sogar verschlechtern. Durchhaltevermögen ist hier die Voraussetzung einer effektiven Akne-Behandlung. Patienten sind in solchen Fällen jedoch oft schnell entmutigt und beenden die Akne-Therapie vorzeitig.  Wir können trotzdem nur empfehlen: Halten Sie durch und behalten Sie die verordnete Behandlung in Kombination mit der täglichen Reinigung und Pflege für unreine, zu Akne neigende Haut konsequent bei – auch wenn sich eine Verbesserung nicht sofort einstellt.

Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Akne

Mädchen vor dem Spiegel
Akne-Medikamente können Nebenwirkungen haben, die sich auf der Haut zeigen.

Eine Akne-Behandlung mit Medikamenten kann unerwünschte Effekte und Nebenwirkungen auslösen. Bei äusserlich angewendeten Arzneimitteln sind mögliche Nebenwirkungen: 

  • Rötungen
  • Brennen
  • Stechen
  • Trockenheit
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut

 

Bei Akne-Tabletten, die eingenommen werden, kann es unter anderem zu

  • Austrocknung der Haut und der Schleimhäute
  • trockene Lippen
  • evtl. Erstverschlechterung des Hautzustandes
  • Reizungen der Augenbindehaut und Lichtempfindlichkeit

kommen.

 

"AUS MEINER ERFAHRUNG SIND OFT DIESE NEBENWIRKUNGEN DER AUSLÖSER DAFÜR, DASS VIELE BETROFFENE IHRE THERAPIE VORZEITIG ABBRECHEN."

Dr. med. Markus Reinholz, Dermatologe

Diesen Effekten können Sie mit einer Feuchtigkeitspflege entgegenwirken, die zur Begleitung einer Akne-Therapie geeignet ist, zum Beispiel mit der Eucerin DERMOPURE Therapiebegleitende Feuchtigkeitspflege. Diese eignet sich optimal als Pflegeergänzung zu einer Akne-Therapie, um intensiv Feuchtigkeit zu spenden, Hautirritationen zu mildern und dadurch die Haut wieder unter Kontrolle zu bringen.

Gerade bei einer medikamentös behandelten Akne ist es ausserdem wichtig, dass Sie Ihre Haut ausreichend und konsequent vor Sonneneinstrahlung schützen. Durch die Wirkstoffe in Akne-Medikamenten, ob Salbe oder Tabletten, reagiert die Haut besonders empfindlich auf die UVA- und UVB-Strahlung der Sonne. Wenn Sie sich also draussen aufhalten, schwimmen oder schwitzen, sollten Sie regelmässig zusätzlichen Sonnenschutz für das Gesicht mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen – zum Beispiel die Eucerin Sun Gel-Creme Oil Control LSF 50+.

Wie Sie Akne ohne Medikamente gegen Pickel behandeln

Sie leiden unter Akne, möchten aber keine Medikamente oder gar Antibiotika gegen Pickel einsetzen? Auch mit einer guten Pflegeroutine können viele Formen der Akne behandelt und Symptome wie entzündete Pickel und Pusteln reduziert werden. Lesen Sie dazu auch unsere Tipps für die richtige Hautpflege bei Akne. Entscheidend ist, dass Sie die passenden Pflegeprodukte für Ihre Haut auswählen. Die Eucerin DERMOPURE Pflegeserie ist zur nicht-medikamentösen Behandlung von Pickeln und Akne hervorragend geeignet.

Vervollständigen Sie die Routine

1Nast, A., Dréno, B., Degitz, K. et al. (2012), European Evidence-based (S3) Guidelines for the Treatment of Acne, Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 26, S. 1–29.

Disclaimer: Dieser Artikel enthält generelle Hinweise und ist nur zur Information bestimmt. Er ist kein Ersatz für ärztlichen Rat und nicht zur medizinischen Diagnose oder Behandlung gedacht. Frage deinen Arzt um Rat und/oder nach Behandlungsmöglichkeiten und missachte aufgrund einer Information dieser Website niemals einen medizinischen Rat.

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